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Feuer malen in Photoshop


In diesem Tutorial möchte ich eine von vielen Methoden zeigen, wie man Feuer in Photoshop "malen" kann.
Dies funktioniert natürlich auch in vielen anderen Malprogrammen.

Die Grundlagen zu diesem Tutorial entstammen eigentlich aus dem Pyro-Tutorial für AfterEffects. Pyro-Tut.
Dort ging es darum, einer relativ langweiligen Explosion in der Nachbearbeitung etwas mehr "Bums" zu verschaffen.

Im Unterricht habe ich diese Übung auch jedes Mal benutzt, um die Tiefe und die Funktionsvielfalt der Gradationskurven zu zeigen.




1. Die Idee.
Erst steht die Frage: Wie sehen wir Feuer/Flammen und warum ?
Die Chemische und Physikalische Erklährung würde hier den Rahmen sprengen, für mich ist hier erstmal nur die optische Erscheinung wichtig.
Je nach Entfernung vom Brennpunkt und der Hitze, erscheint die Flamme in einer anderen Farbe.
Da es aber sehr aufwendig ist all diese Farbnuancen zu malen habe ich mir einen anderen Lösungsansatz überlegt:

Ich stelle die Temperatur da und nicht die einzelnen Farbtöne. Dies kann in einem einzelnen Kanal geschehen. Ich male also ein Graustufenbild, bei dem Weiß die maximale und Schwarz die normale Temperatur darstell. Je nach Helligkeit (Hitze) sieht man dann später eine andere Farbe.
Also versuchte ich erst einfach nur die Hitzeverteilung zu malen.

Vorlage:
Vorlage

 
2. Einfärben.
Die Einfärbung über Filter habe ich ausgeschlossen, da diese endgültig ist und ich schon beim Zeichnen gern das endgültige Ergebnis sehen wollte und dieses auch im Nachhinein noch korrigierbar halten wollte.
Seit einiger Zeit gibt es in Photoshop die Einstellungsebenen. Auf diesen kann  man z.B. die Gradationskurven legen und diese werden dann in Echtzeit auf die darunter liegenden Ebenen angewendet.
Mit dieser Funktion habe ich gearbeitet.

erzeugen der Einstellungsebene:
erzeugen


In der Gradationskurve habe ich dann die Kurven für die verschiedenen Grundfarben ( RGB ) so verändert, das das gewünschte Ergebnis entsteht.

Kurven:
kurven

ROT
: wird verstärkt. so werden schwache Töne schon rot.
GRÜN: wird nach rechts verschoben, damit schwache Töne rot bleiben, aber mittlere Tönungen orange bis gelb werden.
Blau: wird weit nach rechts geschoben und abgeschwächt, damit die hellsten Stellen noch weiß bleiben.


Bild Ergebnis:
feuer farbig

In der Hintergrundebene kann jetzt mit jedem Werkzeug gearbeitet werden. Mit weiß wird die Hitze erhöht und mit schwarz kann man wieder "abkühlen" aber auch die Werkzeuge wie Wischen, Weichzeichner etc. funktionieren hier :-) Durch die Einstellungsebene sieht man sofort den Effekt. Probiert es einfach mal aus.

Hier gibt es die PSD Datei (380 KB) zum Download: feuer1.zip



3. Fazit + Advanced:

Diese Methode eignet sich nicht für jede Art von Feuer. Die Reflexionen müssen ja auch noch gezeichnet werden, es entsteht auch Rauch etc....

Ich hatte für dies Tutorial auch nur mein Photoshop 6.0 zu Verfügung.
Durch die erweiterten Pinselfunktionen in der V 7.0 macht das noch mehr Spaß.
Wenn die CS Version zu Verfügung steht, wird es echt spannend, denn dort kann man in 16 Bit/Kanal malen.
Hier in Version 6.0 bin ich noch auf 256 Graustufen beschränkt, dies kann beim Einfärben über die Gradationskurven schnell stufig werden. Aber in CS kann man mit 16 Bit Graustufen arbeiten. Das sind dann 65563 Stufen und damit kann man wesentlich feinere Farbnuancen erstellen.

Hier mal eine Version in der ein Hintergrund mit eingebaut ist und am Maximalpunkt die Flamme transparent und leicht blau ist:
feuer2

Szene mit Hintergrund und veränderten Flammen (1.4 MB): feuer2.zip

Man kann diese Methode aber auch weiter verändern, um z.B. Wolken zu erzeugen...

Wünsche viel Spaß beim experimentieren

Oliver


4. Weiterer Lösungsansatz:
Ich habe dieses Tutorial in verschiedene Internetforen verlinkt und dabei erfahren, das es eine noch viel einfachere Methode gibt.
Anstatt die ganzen Kurven zu benutzen, kann man den gleichen Effekt viel schneller und einfacher über eine Einstellungsebene "Verlaufsumsetzung"   (Einstellungsebene "Gradient Map") realisieren.
Man lernt nie aus. Danke nochmal an Daniel Lieske aus dem digitaldecoy Forum






    

© 10.08.2005 Oliver Pietern